Station 1: Was ist Biodiversität?

Hinweise: Alle Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen! Der Inhalt von Audio-Guide und Text ist in etwa identisch. In beiden Formen finden sich Antworten auf die Rätselfragen🙂

Audio-Guide folgt!

Herzlich Willkommen zu unserer kleinen YOUTOPIA-Reise rund um das Thema “Biodiversität”! In den kommenden 1-2 Stunden werden wir uns auf einen Rundgang durch die Hofheimer Innenstadt begeben, bei der eine Reihe an wichtigen Fragen geklärt werden soll: Wie steht es um die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde? Wie kommt es dazu, dass die Biodiversität in diesen Jahren rasend schnell abnimmt? Und warum ist diese Entwicklung für uns, den homo sapiens, ein gewaltiges Problem? Seit der Begriff “Biodiversität” 1990 erstmals in wissenschaftlicher Literatur genannt wurde, steigt die Anzahl entsprechender Erwähnungen und Publikationen Jahr für Jahr exponentiell an (1). Unsere Rallye möchte versuchen, den aktuellen Forschungsstand wissenschaftlich korrekt und gleichzeitig leicht verständlich vorzustellen!

Wie die Rallye funktioniert und wie das zu lösende Rätsel angegangen werden kann, solltet ihr bereits auf unserem Flyer erfahren haben. An jeder Station kann zusätzlich zu einer Kurzform des Textes ein QR-Code gescannt werden, der zu einer ausführlichen Form des Textes sowie einer Audio-Spur führt (auf einer genau solchen Seite befindest du dich gerade!). Um den Text gut lesbar zu halten, haben wir alle Quellen in einem Extra-Dokument gesammelt, das auf unserer Website sowie am Ende der Stationstexte abgerufen werden kann. An den entsprechenden Stellen im Text haben wir Zahlenverweise (beispielsweise “(1)”) eingebaut, die in dem Dokument wiedergefunden werden können. Viele Quellen sind zudem direkt verlinkt. Damit dürfte alles geklärt sein – los geht’s!

Bevor wir uns auf den Weg zu Station 2 begeben, soll eine grundlegende Frage beantwortet werden: Was bedeutet der Begriff “Biodiversität” eigentlich genau? In wissenschaftlichen Diskursen sind gleich eine Reihe an Definitionen im Spiel. Eine der gängigsten stammt aus der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen: Sie versteht unter dem Begriff die “Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme”, wobei sowohl die Vielfalt zwischen Arten als auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art eine Rolle spielen (2). Ein weiterer Aspekt ist, dass neben der Vielfalt der Biotope (also einzelner Lebensräume) und Ökosysteme auch die Vielfalt sogenannter Ökosystemdienstleistungen beachtet wird. Eine wichtige Ökosystemdienstleistung ist zum Beispiel die Bestäubung von Pflanzen. Auch dieses Thema wird im Laufe der Rallye noch genauer erklärt werden.

Biodiversität besteht aus drei Ebenen: Der Vielfalt an Arten, Lebensräumen und Genen

Die Begriffe “biologische Vielfalt” und “Artenvielfalt” werden häufig gleichbedeutend verwendet – bei korrekter Verwendung ist das Konzept der Biodiversität jedoch deutlich umfassender.  So bezieht sich der Begriff Artenvielfalt ausschließlich auf die Anzahl der einzelnen Arten, während andere Aspekte, wie zum Beispiel die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, nicht berücksichtigt werden. Die Artenvielfalt stellt also nur einen Teilbereich der Biodiversität dar. Würde sich die Aufgabe stellen, die Biodiversität hier am Ambettbrunnen zu messen, müssten neben einer Zählung der Arten also auch deren genetische Vielfalt sowie die Anzahl an Lebensräumen (Bäume, Wiese, Blumenbeete, …) berücksichtigt werden.

Wie genau Biodiversität messbar gemacht werden kann, ist umstritten. Eine der meistgenutzten Varianten ist der “Simpson-Index”, der in einer Zahl ausdrückt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass zwei zufällig ausgewählte Individuen der gleichen Art angehören (3). Generell – und auch bei Verwendung des Simpson-Indexes – existiert bei den Versuchen zur Messung der Biodiversität ein grundlegendes Problem: Eine hohe Anzahl unterschiedlicher Arten bedeutet nicht, dass innerhalb der einzelnen Arten eine große (genetische) Vielfalt gegeben ist. 

Hohe Biodiversität: Ein vielfältiger Lebensraum mit vielfältigen Eigenschaften führt dazu, dass hier eine große Vielfalt an Arten und genetischen Variationen leben kann
Niedrige Biodiversität: In einem menschlich geschaffenen Wolkenkratzer-Wald ist das Gegenteil der Fall.

Alle verwendeten Quellen haben wir in folgendem, jederzeit öffentlich einsehbaren Dokument zusammengefasst: YOUTOPIA-Stadtrallye Quellen